DMARC im Detail

Vollständiger DMARC-Leitfaden: Policies, Alignment-Modi, Subdomain-Behandlung und der Weg von Monitoring zu Enforcement.

Was ist DMARC?

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance) ist das zentrale Protokoll, das SPF und DKIM mit einer domainweiten Policy verbindet. Definiert in RFC 7489, schließt DMARC eine kritische Lücke: SPF und DKIM allein schützen nicht die sichtbare „From:"-Adresse, die Nutzer sehen.

DMARC fügt drei essentielle Fähigkeiten hinzu:

  1. Alignment: Stellt sicher, dass die Domain im sichtbaren From:-Header mit der durch SPF und/oder DKIM authentifizierten Domain übereinstimmt.
  2. Policy: Teilt empfangenden Servern mit, was mit E-Mails geschehen soll, die die Authentifizierung nicht bestehen (none/quarantine/reject).
  3. Reporting: Bietet Transparenz darüber, wer E-Mails unter Verwendung Ihrer Domain versendet, über Aggregate und Forensic Reports.

DMARC Record Syntax

DMARC wird als DNS TXT Record unter _dmarc.example.com veröffentlicht.

Vollständige Tag-Referenz

TagErforderlichBeschreibungWerteStandard
vJaVersionDMARC1
pJaPolicy für die Domainnone, quarantine, reject
spNeinPolicy für Subdomainsnone, quarantine, rejectWie p
ruaNein*Aggregate Report Empfängermailto:dmarc@example.comKeiner
rufNeinForensic Report Empfängermailto:forensic@example.comKeiner
adkimNeinDKIM Alignment Modusr (relaxed), s (strict)r
aspfNeinSPF Alignment Modusr (relaxed), s (strict)r
pctNeinProzentsatz der E-Mails, auf die die Policy angewendet wird0-100100
riNeinReporting-Intervall (Sekunden)z.B. 8640086400 (24h)
foNeinForensic Report Optionen0, 1, d, s0

* rua ist technisch optional, aber dringend empfohlen — ohne rua erhalten Sie keine Einblicke.

Beispiel-Records

# Monitoring-Modus (hier starten)
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc@example.com; ruf=mailto:forensic@example.com

# Quarantine-Modus (nächster Schritt)
v=DMARC1; p=quarantine; pct=25; rua=mailto:dmarc@example.com; adkim=r; aspf=r

# Vollständiges Enforcement
v=DMARC1; p=reject; sp=reject; rua=mailto:dmarc@example.com; adkim=s; aspf=s; pct=100

DMARC Alignment erklärt

Alignment ist das wichtigste Konzept von DMARC. Es stellt sicher, dass die durch SPF oder DKIM authentifizierte Domain mit der Domain im sichtbaren „From:"-Header übereinstimmt.

Relaxed vs. Strict Alignment

ModusSPF AlignmentDKIM Alignment
Relaxed (Standard, adkim=r/aspf=r) Return-Path-Domain und From:-Domain müssen dieselbe Organizational Domain teilen.
bounce.example.com aligned mit example.com
DKIM d=-Domain und From:-Domain müssen dieselbe Organizational Domain teilen.
d=mail.example.com aligned mit from@example.com
Strict (adkim=s/aspf=s) Return-Path-Domain muss exakt übereinstimmen mit der From:-Domain.
bounce.example.com aligned NICHT mit example.com
DKIM d=-Domain muss exakt übereinstimmen mit der From:-Domain.
d=mail.example.com aligned NICHT mit from@example.com
Empfehlung: Beginnen Sie mit Relaxed Alignment während der Monitoring-Phase. Wechseln Sie erst zu Strict Alignment, wenn Sie sicher sind, dass alle legitimen Absender korrekt konfiguriert sind.

Alignment-Beispiele

# E-Mail From: user@example.com

# SPF Relaxed Alignment
Return-Path: bounce@example.com      → Aligned ✅ (gleiche Organizational Domain)
Return-Path: bounce@mail.example.com → Aligned ✅ (gleiche Organizational Domain)
Return-Path: bounce@other.com        → NICHT Aligned ❌

# DKIM Relaxed Alignment
DKIM d=example.com    → Aligned ✅
DKIM d=mx.example.com → Aligned ✅ (gleiche Organizational Domain)
DKIM d=google.com     → NICHT Aligned ❌

# Damit DMARC BESTEHT: Mindestens EINS von SPF oder DKIM muss BESTEHEN und ALIGNED sein

DMARC Policies: Der Weg zum Enforcement

Die DMARC Policy (p=) teilt empfangenden Servern mit, was mit E-Mails geschehen soll, die die Authentifizierung nicht bestehen. Der empfohlene Ansatz ist ein schrittweiser Rollout:

Phase 1: Monitoring (p=none)

  • Keine E-Mails werden blockiert oder in Quarantäne gestellt
  • Aggregate Reports werden gesammelt, um Ihr E-Mail-Ökosystem zu verstehen
  • Nutzen Sie diese Phase, um alle legitimen Absender zu identifizieren und Authentifizierungsprobleme zu beheben
  • Dauer: Mindestens 2-4 Wochen, bei komplexen Organisationen oft 2-3 Monate

Phase 2: Quarantine (p=quarantine)

  • Fehlschlagende E-Mails werden als verdächtig markiert (typischerweise in den Spam-/Junk-Ordner verschoben)
  • Beginnen Sie mit pct=10, um die Policy nur auf 10 % der fehlschlagenden E-Mails anzuwenden
  • Schrittweise erhöhen: 10 % → 25 % → 50 % → 75 % → 100 %
  • Überwachen Sie Reports in jeder Phase auf betroffene legitime E-Mails

Phase 3: Reject (p=reject)

  • Fehlschlagende E-Mails werden lautlos verworfen — sie erreichen den Empfänger nie
  • Dies ist der stärkste Schutz gegen Spoofing
  • Auch hier mit einem niedrigen pct starten und schrittweise erhöhen
  • Stellen Sie sicher, dass ALLE legitimen Absender korrekt authentifiziert sind, bevor Sie auf 100 % gehen
Kritisch: Ein direkter Sprung zu p=reject ohne ordnungsgemäße Vorbereitung kann dazu führen, dass legitime E-Mails lautlos verworfen werden. Befolgen Sie immer den phasenweisen Ansatz und überwachen Sie Reports sorgfältig.